antifa velbert – unsere solidarität gegen eure repression


Antisemitische Schmierereien in Velbert-Tönisheide übermalt
14. Juni 2011, 02:14
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In einer der vergangenen Tage ist die Bushaltestelle Tönisheide-Mitte mit rechtsextremen und antisemitischen Parolen und Symbolen beschmiert worden. Neben Slogans die für die Fußballvereine Rot-Weiß Essen und die SSVg Velbert partei ergreifen, fallen vorallem ein Schriftzug der „Brigade Velbert“ in Verbindung mit den Zahlencodes 18 und 88 und ein „SSVg“-Schriftzug, bei der die beiden ersten Buchstaben im Runenschrift gehalten sind und somit das Logo der Schutzstaffel ergeben, auf. Sämtliche Schmierereien sind mittlerweile von AntifaschistInnen übermalt und gereinigt worden, trotzdem sollen diese hier natürlich thematisiert werden.

Die Schutzstaffel der NSDAP (Abkürzung SS) wurde als Sonderorganisation der NSDAP zunächst zum persönlichen Schutz Adolf Hitlers gegründet und war in der Zeit des Nationalsozialismus die SS maßgeblich am Holocaust beteiligt und wurde nach 1945 als verbrecherische Organisation verboten. Das Zeigen der sogenannten Sig-Rune ist laut §86a StGb verboten.

Die Zahlencodes sind einfach zu entschlüsseln, da hier lediglich die Anfangsbuchstaben der Begriffe durch ihren Stellenwert im Alphabet eingetauscht wurden. „18“ ergibt damit die Buchstaben AH – als Abkürzung für Adolf Hitler, die 88 ist gleichbedeutend mit „Heil Hitler“.

Die Erklärung für diese Codes und Abkürzungen ist simpel: Viele Begriffe aus der Neonazi-Szene sind bei Zurschaustellung im öffentlichen Raum strafbar. Die Nazis greifen daher zu Zahlencodes als Synonyme für ihre Statements. So können sie sich unauffällig in der Gesellschaft bewegen und Gleichgesinnte trotzdem erkennen.

Außerdem findet sich unter einem ursprünglichen „Anti-WSV“-Schriftzug, welcher mit „Anti-RWE“ übermalt worden ist (gemeint ist der Wuppertaler Sportverein bzw. der Rot-Weiß Essen) ein Davidsstern. Antisemitische Beleidigungen  im Fußball sind eng verknüpft mit der deutschen Geschichte, mit dem Nationalsozialismus und einem immer noch vorhandenen Vorrat von Vorurteilen. Offener Antisemitismus ist im Profifußball sicher nicht an der Tagesordnung, dennoch hat die Verwendung von „Juden“ als Schimpfwort eine lange Geschichte. „Jude“ ist kein Schimpfwort wie jedes andere. In solchen Behauptungen entblößt sich eine typische, kurzsichtige Argumentation – zum „ganz normalen“ Schimpfwort wie Arschloch oder Drecksack wird das Wort „Jude“ eben erst durch den Willen zur Beleidigung und Diffamierung. Nur wer „Jude“ auch als Beleidigung versteht, benutzt dieses Wort auch als Beleidigung. In ganz ähnlicher Weise, natürlich vor einem anderen Hintergrund, sind auch „Lesbe“, „Schwuler“ oder „Mädchen“ im männlich-dominierten Fußballsport als ernstzunehmende Beschimpfungen gemeint.

Velbert-Tönisheide ist längst kein Platz mehr für Neonazis!

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