antifa velbert – unsere solidarität gegen eure repression


Nazis in Velbert – Eine Bestandsaufnahme
19. Oktober 2010, 02:42
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Wir als junge, politikbewusste Antifaschisten aus Velbert haben schon seit einiger Zeit das Gefühl, das sich etwas in unserer Stadt vollkommen falsch entwickelt hat und es noch immer tut: Zeitungsberichte, die Straftaten zwischen rechten und politisch-andersdenkenden oder ausländischen Personen als „Meinungsverschiedenheit zwischen Jugendgruppen“ werten statt als rechtsradikale Straftat, ein Bürgermeister der behauptet, in Velbert gäbe es keine Rechtsextremisten, Polizeibeamte, die einen rassistischen Mord mit den Worten „hätte es damals schon Alkoholverbote gegeben, wäre das nicht passiert“  relativieren und ein Fußballverein, der Seite an Seite mit seinem Nazipöbel zusammenarbeitet – nur einige Beispiele, wie Nazis in Velbert gedeckt werden. Unsere umfassende Bestandsaufnahme zu den Umtrieben der Faschisten in Velbert findet sich jetzt hier und wurde auf http://linksunten.indymedia.org/de und http://de.indymedia.org/ veröffentlicht.

Am 30. Oktober 2010 wollen die neonazistische NPD und „Freie Kameradschaften“ am Velbert-Nevigeser Busbahnhof unter dem Titel „Multikultur ist sozialer Krieg – Gegen Gewalt und Überfremdung! Kriminelle Ausländer raus!“ aufmarschieren.

In ihrem im Internet verbreiteten Aufruf zur Demonstration hetzen die Neonazis  gegen angebliche deutschenfreie Stadtteile in Velbert, Gewaltexzesse und Kriminalität ausländischer Jugendbanden im Herminghauspark und die Überfremdung  vor allem  deutscher Kleinstädte. Es sei an der Zeit, „dass der nationale Widerstand auch in Velbert auf die Straße geht“. Mit ihrem Schulterschluss zur so genannten „Freien Kameradschaftsszene“ zeigt die NPD in Velbert, dass sie bereit ist und vorhat, auch Fuß in Velbert zu fassen. Das Verteilen von Flyern zu verschiedensten Demonstrationen sowie mit ausländerfeindlichen Inhalten wie bereits 2007 in Velbert-Langenberg sind sonst keine Seltenheit mehr.

Wir haben  einige Informationen zu Musikprojekten, interessanten Personen, Ereignissen und Gruppierungen zusammengetragen, die leider prägend für Velberts heutige rechtsradikale Szene sind.

Schon seit gut zwei Jahrzehnten hat sich im 90.000 Seelen Städtchen Velbert (Kreis Mettmann bei Düsseldorf, zwischen Essen und Wuppertal) eine eng miteinander verwobene Naziszene angesammelt. Sei es durch den so genannten „Siepensturm“, einer in den 90er Jahren bestehenden Gruppierung neonazistischer  Skinheads aus dem Velbert-Nevigeser Ortsteil Siepen, welcher sich sinnigerweise schon mit „SS“ abkürzen ließ, gegen welchen vor einiger Zeit wegen Gründung einer terroristischen Organisation ermittelt wurde und welcher an zahlreichen rassistischen und antisemitischen Straftaten, z.B. gegen ein Wuppertaler  Flüchtlingsheim und Velberter Ausländer beteiligt war, die rassistisch-geprägte Hooligan-Szene um die SSVg Velbert oder einen von bis heute 149  rechtsextremistischen Morden seit 1990 an dem Obdachlosen Horst Pulter im Velberter Herminghauspark im Jahr 1995 – auch der heutige Münchener  Kameradschaftsführer Norman Bordin hatte mit dem „Nationalen Forum Niederberg“ einst seine Hände in Velbert im Spiel. ##

Auch ohne das die NPD oder eine andere Partei heute in Velbert ihre Zelte aufgeschlagen hat, sind neonazistische Strukturen leider alle zahlreich vorhanden.  So gibt es ganz aktuell das Beispiel Detlev Hebbel:

Nach außen hin gibt sich Detlev Hebbel als Spießbürger im Langenberger Süden, doch dahinter verbirgt sich eine Fratze der Menschenfeindlichkeit.  Erst Ende September wurde Detlev Hebbel erneut in den Vorstand des Landesverbandes NRW der Nationaldemokratischen Partei Deutschland (NPD) berufen. Von  Velbert aus leitet Detlev Hebbel seine Geschäfte der NPD, der er des Weiteren im Verband Düsseldorf/Mettmann als Kreisgeschäftsführer und Landesschatzmeister für Nordrhein-Westfalen beiwohnt. Nebenbei ist Hebbel bei der Autovermietung Europcar in Velbert angestellt. Nach eigenen Angaben geht er dieser Tätigkeit nach, „um mit Menschen in Kontakt zu kommen“. Die NPD Düsseldorf/Mettmann ist neben Freien Kameradschaftlern Mit-Veranstalter einer Demonstration mit dem Thema „Gegen Gewalt und Überfremdung! Kriminelle Ausländer raus!“ von Neonazis in Velbert-Neviges am 30. Oktober.

dass ein Mensch wie Detlev Hebbel unbeschadet in einer gutbürgerlichen Gegend in Langenberg wohnen kann ohne dass sich jemand daran stört zeigt schon, wie weit er in der Mitte angekommen ist. Doch auch das ist längst noch nicht die einzige Integration eines überzeugten Nazis in Velbert.

Reinhard Linke ist Besitzer der Musikschule Reinhard Linke im Velberter Ortsteil Tönisheide und als Musiker unter anderem aktiv in der evangelischen Kirchengemeinde Neviges.  Durch eingeschickte Kleinanzeigen und Stellenangebote („Wer hilft mir ? Suche Hilfe im Unterricht für: Piano/Keyboard/Gitarre,  (Schlagzeug/Akkordeon/elektr.  Orgel). Eventl. Orchesterarbeit.“) im Parteiorgan der NPD – die „Deutsche Stimme“ wandern immer wieder Gelder in die Kassen der Rechtsextremisten. Zur Landtagswahl im vergangenen Jahr duldete/gestattete Reinhard Linke NPD-Wahlwerbung mit rassistischen Slogans vor seiner Musikschule.

Als Schnittmenge zwischen Jugendlichen und rassistischem Gedankengut funktionieren auch hier in Velbert rechte Musikgruppen. „PROJEKT AASKEREIA“ sind eine aus Velbert stammende Rock-Balladen-Band. 2 Alben und eine Live-CD existieren von der Band. Konzerte finden nur sehr vereinzelt und im Geheimen statt.  Personelle Überschneidungen gibt es mit den Nazibands NOTWEHR und MAHNWACHE. Inhalte des Projekt Aaskereia sind unter anderem die Liebe zu Deutschland, die  Glorifizierung der Wehrmacht, die Wut auf Ausländer. Zu nennen sind auch die Band ZORN sowie FORGOTTEN DARKNESS.

Neben diesen erwähnten Bands gibt es aktuell noch die Band Dux et Patria, welche sich aus ehemaligen Mitgliedern des Siepensturms rekrutiert. Die politische Direktheit dieser Band ist eindeutig. Dux et Patria („Führer und Vaterland“) treten ein für einen Nationalen Sozialismus, wollen einen Führer, wollen eine weiße Herrenrasse. Das Umfeld dieser Band tut sich auch organisatorisch hervor: Die Band Dux et Patria und ihr rechtes Umfeld gelten zur Zeit als die aktiven Vernetzer der Naziszene aus Velbert. Mitglieder treten neben ihrer Funktion in der Band vermehrt als Veranstalter von „Kameradschaftsabenden“ auf oder tun sich durch das Verteilen von Flyern und Aufkleberaktionen hervor.

Auch in Velbert haben wir damit zu kämpfen, dass organisierte Faschisten sich immer mehr in der Öffentlichkeit breit machen und durch rassistische Schmierereien und Aufkleber oder ausländerfeindliche Flugblätter auf sich aufmerksam machen. Auch in Velbert geben Clubs und Kneipen den Neonazis die Möglichkeit, sich dort zu versammeln. So zum Beispiel die „Goethe Stube“ in Velbert-Neviges. In den vergangenen Monaten entwickelte sich die Gaststätte zu einem Anlaufpunkt organisierter Neonazis. Der „Freie Widerstand Bergisches Land“, das „Freie Netz Köln – Infoportal Nationaler Sozialisten“ und Axel Reitz luden 30 Personen des rechten Spektrums im Oktober 2009 zum „Kameradschaftstreffen“ in die Kneipe, um über rechtsradikale Demobesuche, den Konzerten der ebenfalls anwesenden Neonazirockband Dux et Patria, dem laufenden NPD-Wahlkampf und der nationalen Zusammenarbeit zu sprechen. Laut Selbstaussage im Internet, „den Nationalen Widerstand im Bewusstsein des Volkes als DIE Alternative zum herrschenden System zu verankern“.

Wieder war es Axel Reitz, der im März 2010 ca. 30 – 40 Nazis in die „Goethe Stube“ lud, um für die Neonazidemo in Stolberg zu mobilisieren. Seit 2008  instrumentalisieren Nazis den Tod eines Jugendlichen in Stolberg für ihre rassistische Propaganda. Es wurde ein Bild gezeichnet, nachdem die Tat nur ein  weiteres Beispiel, für eine ständige Verfolgung »der Deutschen« durch MigrantInnen, durch Linke und durch eine breite Öffentlichkeit sei, Kevin P., der  Getötete, wurde zum »Held, der für Deutschland fiel«, dass es sich bei dem Streit um einen Beziehungsstreit handelte, nicht um „Deutschenfeindlichkeit“ erwähnte natürlich niemand.

Für den 4. September 2010 mobilisierten auch diese Velberter Neonazis zum so genannten „Nationalen Antikriegstag”.

Vielseitig sind die Aktionsformen Velberter Neonazis. Leider zeugt davon auch diese, bestimmt nicht vollständige, aber dafür trotzdem erschreckend umfassende Chronik faschistischer Vorfälle, die wir abschließend auf unserer Internetseite veröffentlicht haben: https://antifavelbert.wordpress.com/velbert/wichtige-ereignisse/

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3 Kommentare so far
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Kiezsportler_innen aufgepasst! Die offen nationalistische NPD laedt für den 30.10. ab 10Uhr zusammen mit einigen Kammeradschaften zum großen Halloween-Kiezsports-Festival nach Velbert Neviges!

Waehrend Team Brown naiv und vermeintlich siegessicher unter dem fremdenfeindlichen Motto „Multikultur ist sozialer Krieg“ auflaufen wird, wird sich Team Green genauso naiv auf die Durchsetzung von „Recht und Ordnung“ fokusieren. Team Antifa bleibt hingegen bescheiden und realistisch, unser Motto lautet : „Velbert, kein Platz für Faschisten!“.

Spannung ist garantiert!

Es wird eine große Anzahl an Zuschauer_innen erwartet, Team Antifa wird sehr viel Fan-Anhang mitbringen.

Das Motto der Veanstaltung: „Kick or Treat!“

Das Festival wird im freien steigen, deshalb ist auf passende Kleidung zu achten. Der Eintritt und die Teilnahme werden wie immer durch zivile Courage beglichen!

Qualifikationsrunde:

Los gehts ab 10Uhr am Bahnhof Neviges mit dem „Katz und Maus – Marathon“ mit freundlicher Unterstützung von Team Green. Die Vorrunde wird bis um etwa 11.45Uhr dauern.

Gruppenphase:

Gegen ca 11Uhr gehts dann in die Gruppenphasen. Die Gegner_innen werden vorort aus dem Spektrum der Faschos bzw von Team Green ausgelost. Die jeweils ersten Zwei Teams kommen in die Endrunde.

Endrunde:

Nach der Gruppenphase geht es zur Endrunde. Hier stehen vor allem die Diziplinen Blockade-Zirkeltraining, Beutelweitwurf, Straßengolf, Steinbrechen und Gruppensprint auf dem Programm. Die KO-Runde wird zeigen, wer sich für das Finale qualifizieren wird!

Finale:

Das Finale stellt den Höhepunkt des Kiezsports-Festivals dar. Die Disziplinen sowie die Austragungsorte können hierbei frei gewaehlt werden.

Siegerehrung:

Die Siegerehrung wird Abends/Nachts steigen. Traditionell ist jetzt schonklar, dasz alle antifaschstischen Kiezsportler_innen dabei ganz oben auf dem Treppchen stehen werden. Es stellt sich nur die Frage, wer oder was Platz 2 und 3 belegen wird!

Für die Freiheit, für das Leben – Nazis von den Straßen fegen!

Kommentar von AAL#0 FX




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